Integrative Kita Rheinlinge in Mainz

Blick vom Außengelände auf das Gebäude.

Vielfalt als Schwerpunkt in der Kitaarbeit!

Als weiteres Praxisbeispiel stellt sich Ihnen auf dieser Seite die Kita Rheinlinge in Mainz-Hechtsheim vor. Die Kita gibt Ihnen Einblicke in die teil-offene Konzeption, die Räumlichkeiten und wie im Kita-Alltag immer wieder gewinnbringend die Kinderperspektive eingeholt wird. 

"Das integrative Konzept der Kindertagesstätte “Rheinlinge” geht weit über das Übliche hinaus. Das Gebäude ist direkt an die in.betrieb angegliedert. Klein und Groß mit und ohne Behinderungen begegnen sich ganz selbstverständlich. Kinder lernen bei uns von klein auf den unbefangenen Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen. Dabei werden Behinderungen und andere Unterschiede offen angesprochen, um eine langfristige Akzeptanz untereinander zu schaffen und das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. Sie profitieren auf emotionaler und sozialer Ebene, lernen Rücksicht zu nehmen und gleichzeitig ihre eigenen Interessen angemessen zu vertreten."

Stand: 21. Januar 2026


Bei den “Rheinlingen” gibt es insgesamt 90 Plätze:

  • 8 Plätze für Kinder im Alter ab 6 Monate bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres;
  • 82 Plätze für Kinder ab Vollendung des zweiten Lebensjahres bis zum Schuleintritt - davon 10 Plätze für Kinder mit Behinderung.

Die Kinder werden in sechs pädagogischen Einheiten à 15 Kindern betreut:

  • 2 integrative pädagogische Einheiten mit jeweils bis zu 5 Regelplätzen für Kinder mit Behinderungen und mindestens 10 Regelplätzen für Kinder ab Vollendung des zweiten Lebensjahres bis zum Schuleintritt;
  • 4 pädagogische Einheiten für bis zu 15 Regelkinder im Alter von 6 Monaten bis zum Schuleintritt.

Die integrative Kita Rheinlinge wurde als eine von insgesamt drei integrativen Kindertagesstätten von in.betrieb gegründet. Sie befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Werkstatt und der Tagesförderstätte in Mainz. Das Betreuungsangebot schafft ein einzigartiges Umfeld, in dem Menschen mit und ohne Behinderungen voneinander profitieren können.

Das Team setzt sich aus pädagogischen Fachkräften, darunter Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Heilpädagoginnen und Heilpädagogen, Erziehungswissenschaftler und Erziehungswissenschaftlerinnen, Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten und Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger zusammen. Ärztlich verordnete therapeutische Hilfen werden (per Heilmittelverordnung) durch kooperierende Praxen in Form von Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie in den Räumlichkeiten der Rheinlinge angeboten. Die Transferierung in den Alltag erfolgt durch die Fachkräfte der Rheinlinge, die von den Therapeutinnen und Therapeuten beraten werden.

Die Kita Rheinlinge liegt an der Rheinhessenstraße im Gewerbegebiet von Mainz-Hechtsheim nahe einem Wohngebiet. Dies ermöglicht fußläufige Ausflüge in das Ortszentrum und zu Spielplätzen.

Das Kita-Grundstück bietet viel Platz für das Außengelände sowie Parkplätze. 

Es besteht eine gute Anbindung an die Autobahn A60 und die Landstraße. Die Nähe zu den Straßenbahn- und Bushaltestellen vereinfachen Ausflüge in die Innenstadt oder über den Bahnhof in die nächstgelegenen Ortschaften. 

Die Kita ist so konzipiert, dass sich auf der straßenzugewandten Seite die Funktionsräume befinden und die Gruppenräume sowie das Außengelände auf der straßenabgewandten Seite. Somit sind sowohl die Straße als auch das umliegende „stille“ Gewerbe im Außengelände nicht wahrzunehmen. Supermärkte im Umkreis ermöglichen Einkäufe mit Kindern fußläufig. Das Technische Hilfswerk, die Polizei und Unternehmen sind gut erreichbar bei Kooperationen. Das nahegelegene Feld mit einer Skaterbahn, einem Reitstall und einem Teich, der viele Wasservögel anzieht, laden zum fußläufigen Erkunden der Natur ein.

Die pädagogische Rahmenkonzeption orientiert sich am Situationsansatz. Kinder lernen, indem sie vor allem im freien Spiel selbstbestimmt forschen, experimentieren und entdecken. Wir möchten die Kinder bei der Entwicklung ihrer Autonomie, ihrer Solidarität und ihrer Kompetenzen begleiten. Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte besteht vor allem darin, in beobachteten Situationen Bildungsinhalte zu erkennen und diese methodisch aufzubereiten. In der Kita wird teiloffen gearbeitet. So haben Kinder die Möglichkeit, auch außerhalb ihrer Gruppe soziale Kontakte zu knüpfen, sich unterschiedliche Erfahrungsräume zu erschließen und an gruppenübergreifenden Aktionen und Projekten teilzunehmen.

  • Ausrichten von Projekten an den körperlichen, geistigen und sozio-emotionalen Fähigkeiten der Kinder.
  • Teilnehmen an alters- und interessenspezifischen Angeboten.
  • Entstehen von gruppenübergreifendenen Freundschaften.
  • Kennenlernen der Fachkräfte und Kinder anderer pädagogischer Einheiten.
  • Struktur durch Betreuung in Bezugseinheiten, den Umgang mit festen Bezugspersonen sowie wiederkehrende Angebote.

  • Betreuung in Kleingruppen.
  • Ganztagsbetreuung.
  • Mahlzeiten täglich frisch aus der eigenen in.betrieb-Küche orientiert an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V..
  • Moderne Räume mit großen Fensterfronten zum Außengelände.
  • Nach Bedarf Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie durch kooperierende Praxen im Haus.
  • Multifunktionshalle mit Sprossenwand und angrenzenden Geräteraum.
  • Snoezelraum mit Wasserbett, Lichtsäule und Musik- sowie Lichtanlage.
  • Bällebad mit kleinkindgerechter Klettermöglichkeit.

Mann im Rollstuhl zeigt zwei Jungs, die auf der Couch sitzen, etwas in einem Kinderbuch.

Über das Ministerium für Bildung werden seit einigen Jahren für einen jeweils dreijährigen Zeitraum “Konsultationskitas” benannt. Jede der aktuell 15 Konsultationskitas deckt einen interessanten Kita-Bereich ab. Zum Beispiel “Digitale Medien”, “Übergänge”, “Kita als Ausbildungsbetrieb” und - im Falle der Rheinlinge - “Inklusion von Kindern mit Behinderungen”.

Die Kita Rheinline ist von 2024 bis 2026 Konsultationskitas in Rheinland-Pfalz.

Siehe alle Infos hier auf dem Kita-Server.

Kontakt

Rheinlinge Integrative Kita der in.betrieb gGmbH
Rheinhessen-Straße 31
55129 Mainz
Tel.: 06131 5802 201
E-Mail: rheinlinge(at)inbetrieb-mainz.de
www: https://www.inbetrieb-kita.de/de/

Ansprechpartner/innen/ Leitung
Beate Weber-Müller (Kita-Leitung)
Anja Kunz (stellvertretende Kita-Leitung)
Sarah Alt (Geschäftsbereichsleitung Kita)

Träger
in.betrieb gGmbH
Carl-Zeiss-Straße 2
55129 Mainz
www: https://inbetrieb-mainz.de/de/ 


  • Mitwirkung aller Kinder an der Gestaltung des Kita-Alltags.
  • Berücksichtigung aller Formen der Meinungsäußerung.
  • Einsatz unterstützter Kommunikation, z. B. von Piktogrammen und Talkern sowie von Gebärdensprache.
  • Einsatz der Methode „Marte Meo“ zur Kontaktaufnahme mit Kindern mit Behinderungen.
  • Einsatz von verschiedenen Erhebungsmethoden wie dem Verbesserungsspaziergang, Kinder malen ihre Kita und weiteren.
  • Regelmäßige Gesprächsrunden innerhalb der Einheiten.

Turnhalle mit Klettermöglichkeit und Bällebad

Der Raum mit dem Bällebad in der Einrichtung ist ein lebendiger und einladender Ort, der den Kindern Spaß und Bewegung bietet. Das Bällebad, gefüllt mit bunten, weichen Bällen, lädt die Kinder ein, zu springen, zu tauchen und zu spielen. Hier können sie sich frei entfalten, ihre motorischen Fähigkeiten trainieren und gleichzeitig ihre sozialen Kompetenzen durch gemeinsames Spielen entwickeln.

Dieser Raum ist nicht nur ein Ort des Spiels, sondern auch ein Ort der Bewegung und Koordination. Hier erleben die Kinder Freude und Gemeinschaft, während sie spielerisch lernen und sich weiterentwickeln.

Ruheraum mit Matratze auf dem Boden und Spiegel an der Wand

Der Snoozle-Raum in der Kita Rheinlinge ist ein speziell gestalteter Rückzugsort, der Kindern die Möglichkeit bietet, sich zu entspannen und ihre Sinne zu stimulieren. Ausgestattet mit sanften Farben, gemütlichen Sitz- und Liegeflächen sowie beruhigenden Lichtquellen, schafft der Raum eine harmonische Atmosphäre, in der Kinder zur Ruhe kommen können.

Hier finden die Kinder verschiedene sensorische Elemente, wie Kissen, weiche Decken und eine beleuchtete Wasserröhre, die ihre Sinne ansprechen und zur Entspannung beitragen. Der Snoozle-Raum fördert nicht nur die Entspannung, sondern auch die Selbstregulation der Kinder.

In diesem Raum können die Kinder jederzeit eine Pause vom Alltag einlegen, um neue Energie zu tanken. Er ist ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Konzepts, das auf die ganzheitliche Entwicklung und das Wohlbefinden der Kinder abzielt.

Blick durch den Flur

Der lange Flur der Kita ist ein lebendiger und multifunktionaler Raum, der in verschiedene farbige Segmente unterteilt ist. Die Farben bieten den Kinder zusätzliche Orientierung. Der Flur repräsentiert einen eigenen Bereich, der den Kindern als Anlaufstelle dient, um sich zu treffen und gruppenübergreifend zu spielen. 

Der Flur wird nicht nur als Garderobe genutzt, sondern auch als Verbindung zu den verschiedenen Funktionsräumen der Kita. 

Ein besonderes Highlight ist die Nutzung des Flurs für Bobby-Car-Rennen. Die Kinder haben viel Spaß daran, ihre Bobby-Cars über den langen Flur zu fahren, wobei sie ihre motorischen Fähigkeiten und ihren Teamgeist spielerisch trainieren. Der Flur ist somit ein zentraler Ort für Bewegung, Spiel und soziale Interaktion, der das pädagogische Konzept der Kita ideal unterstützt.

Elternecke mit Stühlen und Tischen
Gruppenraum mit Blick nach draußen
Blick in einen Bastelraum mit bunten Flaschen in einem Regal, einem Tisch und Stühlen
Gruppenraum mit Tischen, Stühlen und Spielmöglichkeiten
Turnhalle mit Klettermöglichkeiten und Spielmöglichkeiten mit Blick auf das Außengelände
Therapieraum mit Tischen, Stühlen und einer Liege

Die Berücksichtigung der Perspektive von Kindern ist ein zentraler Bestandteil des pädagogischen Konzepts der integrativen Kindertagesstätte Rheinlinge. Im Folgenden wird daher das Raumkonzept der 2015 erbauten Einrichtung aus Perspektive der Kinder betrachtet.

Lage, Art und Form des Gebäudes

Das Gebäude befindet sich am Rand des Gewerbegebiets im Stadtteil-Mainz Hechtsheim an einer Hauptverkehrsstraße. Es handelt sich um einen ebenerdigen, hell verputzten Rechteckbau mit Flachdach ohne Keller oder Dachgeschoss. Vorgelagert befindet sich der Parkplatz der Einrichtung, rückseitig das Gartengelände der Kita, welches sich entlang des gesamten Baus erstreckt.

Eingangsbereich und Ankommen in der Kita

Leicht nach rechts versetzt befindet sich der überdachte, gläserne Eingangsbereich, dem als sichere Schleuse ein Zaun mit Tor vorgeschaltet ist (zugleich Platz für Kinderwagen und Laufräder). Das geräumige Foyer ermöglicht ein entspanntes Ankommen in der Kita und ist die erste Anlaufstelle für die Kinder und ihre Eltern. Nach dem Ankommen können hier in Ruhe die Schuhe gewechselt werden, es entstehen die ersten alltäglichen zufälligen Begegnungen und Gespräche von Kindern und Eltern. 

Foyer, Bewegungsraum, angrenzende Räume

Das Foyer ist durch eine gläserne Schiebeeinheit von dem anschließenden, großen Bewegungsraum getrennt. Dieser wird flexibel als Turn- und Spielbereich für die Kinder oder für Veranstaltungen genutzt. Von hieraus sind das Büro der Kitaleitung und der Snoezelraum zugänglich.

Die bodentiefe Glasfront des Bewegungsraums bietet den Kindern einen Ausblick auf das Gartengelände. 

Hof

Direkt davor schließt sich ein gepflasterter Hof an, der von den Kindern vor allem zum Rädchen fahren und von den Erwachsenen für Veranstaltungen genutzt wird. 

Garage

Die zugehörige Garage für das Spielmaterial grenzt diesen Bereich ab.

Spielflur

Vom Foyer aus kann man erst nach dem Abbiegen nach links den ungefähr 80 Meter langen, nur rund 3,50 Meter breiten Spielflur als eigentliche Hauptachse des Gebäudes einsehen. Der Raum ist dank mehrerer großflächiger Oberlichter sehr hell. Dies ist an schattigen Tagen sehr angenehm, an sonnigen Tagen jedoch zu heiß, so dass die Nachrüstung eines Sonnenschutzes benötigt wird.

Um die Lautstärke im Flur zu minimieren sind in den Farbzonen die Decken deutlich abgehängt. 

Der Flur ist zudem als Spielraum konzipiert. Die Kinder haben viel Platz, um sich zu bewegen – mit Bobbycar-Rennen, Hüpfen und Ballspielen oder um sich in Rollenspielen und Phantasiereisen auszuprobieren.

Funktionsräume

Entlang dieser vom Foyer zunächst nicht einsehbaren Raumachse reihen sich linker Hand (an der Straßenseite) die Funktionsräume auf. Aus dem Gruppenraum erreichen die Kinder mit einer einfachen Querung die linke Flurseite mit den für sie wichtigen Funktionsräumen. 

Gruppenräume und Garderoben

Auf der rechten Seite blickt man automatisch auf die sechs Gruppenräume (Gartenseite). Die Unterteilung des Flures in Farbbereiche, kennzeichnen die einzelnen Gruppenzugänge und bieten eine Orientierung für die Kinder. Im Flur befinden sich links und rechts der Gruppenräume die seitlich eingebauten Garderoben.

Vom Flur aus betritt man einen Gruppenraum durch eine Tür mit kleinem Glaseinsatz auf Augenhöhe der Kinder. Der mit 40 m2 eher kleine Hauptraum lenkt den Blick wieder direkt durch die bodentiefe Wand (mit Terrassentür) in den Gartenbereich. Wünschenswert wäre der nachträgliche Einbau von zusätzlichen Sonnenschutzmaßnahmen, denn die nach Süden ausgerichteten Räumen erhitzten sich sehr stark.

Einheitlichkeit

Die Kita Rheinlinge ist für die Betreuung von bis zu 90 Kindern ausgelegt. Es gibt vier altersgemischte sowie zwei integrative Einheiten. Die sechs Gruppenräume sind identisch angelegt, so dass sich die Kinder auch im Raum einer anderen Einheit automatisch gut zurechtfinden und vertraut fühlen.

Mobiliar

Anders als die festen Möbel, wie Regalschränke und Schreibtisch, stehen den Kindern mobile und gerne immer wieder neu positionierte Möbel, wie z.B. Kindersofas, eine Sitzgruppe, die Bau- und die Leseecke, zur Verfügung.

Nebenraum

Der Nebenraum von rund 20 m² ist ebenfalls mit einer Fensterwand versehen und öffnet sich mit einer Terrassentür sowie einer überdachten Nische zum Garten. Außer einem Wandschrank für Schlafmatten oder Bettzeug enthält der Raum keine Möbel. Dadurch wird er abwechselnd für das freie Spiel der Kinder, den Morgenkreis, Projekte oder Fördereinheiten genutzt. 

Wickelraum und Sanitäranlagen

Jeweils zwei Einheiten teilen sich einen kleinen Wickelraum, der vom Gruppenraum durch eine Schiebetür verbunden ist. Ein kleines Innenfenster sorgt zusätzlich für Licht und gibt Sicht in den Gruppenraum. 

Die Kinder können alternativ die zwei Kinderbäder nutzen. Eines ist mit eigener Wickelstation und barrierefreier Dusche, das andere mit barrierefreier Toilette ausgestattet.

Weitere Räume

Auf der linken Flurseite liegen außerdem der Personalraum, ein Bastel- sowie ein Therapieraum und am Ende des Flures die Küche.

Küche

Die Kitaküche ist eine Ausgabeküche, sie wird in der Kita Rheinlinge aber auch als Erfahrungsfeld für die Kinder genutzt: Bestehend aus einem Vorraum mit den Servierwagen zur Abholung des bereitgestellten Essens durch die Kinder, Hauptküche mit kleinem Koch- und Backbereich für Kinder, sowie gesonderter Spülküche.

Spielbereich für Krippenkinder mit Bällebad und Kletterrutsche

Der Flur mündet in einen Spielbereich für Krippenkinder. Er bietet Raum für Begegnung und Eingewöhnung. Dank des Bällchenbads und der Kletterrutsche ist der Krippenbereich aber bei allen Kindern beliebt. Auch hier ist wieder der Blick durch eine große Glasfläche in den Außenbereich gelenkt. 

Vorgarten

Der Vorgarten ist mit kleinen Hochbeeten zum Gärtnern ausgestattet.

Die Anlieferungen für die Kita sind durch den Vorgarten möglich.

Fazit

Der hier beschriebene Grundriss mit der schmalen Rechteckform des Flurs erscheint zunächst ungewöhnlich. Tatsächlich bietet die Planung des Flurraums (lang, aber nicht breit) den Kindern Orientierung und ermöglicht ihnen ein freies selbstbestimmtes Handeln und Interagieren.

Alle hier beschriebenen Räume verfolgen das Konzept von klar überschaubaren Strukturen und Anordnungen zu kleineren pädagogischen Bereichen. Sie sind je nach Bedarf in ihrer Nutzung wandelbar. In der Praxis hat sich vor allem die lange Achse des Flurs bewährt – als Rückzugsbereich für einzelne Kinder, für das gelungene Zusammenspiel mehrerer Kinder bis hin zu gruppenübergreifenden Aktivitäten. In diesem Sinne treten wir dafür ein, Kindertageseinrichtungen auf Augenhöhe für die Kinder als „kleines Reich“ zu gestalten.

In der Kita Rheinlinge werden die Wünsche und Perspektiven der Kinder sehr ernst genommen, dies zeigt auch folgendes Ereignis:

Ursprünglich hatten die Eltern der Kinder den Wunsch geäußert, ein teures Klettergerüst für den Außenbereich anzuschaffen. Die Vorstellung war, dass ein solches Spielgerät den Kindern viele Möglichkeiten zum Klettern und Spielen bieten würde.

Um jedoch sicherzustellen, dass die Anschaffung den Bedürfnissen und Wünschen der Kinder entsprach, wurde beschlossen, die Kinderperspektive einzuholen. In einer gemeinsamen Sitzung mit den Erzieherinnen und Erziehern wurden die Kinder gefragt, was sie sich für den Außenbereich wünschen würden.

Die Rückmeldungen der Kinder waren überraschend und eindeutig: Anstelle des Klettergerüsts äußerten sie den Wunsch nach einer Matschgrube. Die Kinder beschrieben begeistert, wie viel Spaß sie beim Buddeln, Matschen und Bauen von Sandburgen hätten. 

Nach dem Gespräch mit den Kindern wurde die Entscheidung getroffen, die Matschgrube anzuschaffen. Die Eltern waren anfangs skeptisch, doch die Begeisterung der Kinder überzeugte sie letztendlich, und sie unterstützten die Idee, die Matschgrube zu realisieren.

Diese Entscheidung zeigt, wie wichtig es ist, die Meinungen und Wünsche der Kinder ernst zu nehmen. Die Matschgrube hat sich als wertvolle Ergänzung des Außenspielbereichs erwiesen und trägt dazu bei, dass die Kinder in der Kita glücklich und zufrieden spielen können.

Außengelände mit Sandkasten, Klettermöglichkeit und Schaukel

Weitere Fotos folgen in Kürze.

Hier können Sie sich den Grundriss der Kita Rheinlinge anschauen. 

  • Bauherr: in.betrieb gGmbH
  • Projektzeitraum Bau: 06.2012 - 05.2015
  • Architekt:innenbüro: AV1 Architektenbüro GmbH
  • Bruttorauminhalt: 4.479m³
  • Bruttogrundfläche: 1.213m²
  • Nutzfläche: 1.077m²
  • Die Kosten für die Kostengruppen 300 und 400 beliefen sich auf 2.172.000 Euro brutto.

Was würden wir heute beim Kitabau anders machen?

Das Team der Kita Rheinlinge hat sich mit der Frage beschäftigt, was sie bei einem Neubau heute anders machen würden:

  • Fenster mit Holzrahmen sind ungeeignet als Fluchtweg, da diese sich verziehen und sehr schwer sind, insbesondere für Kinder.
  • Bodentiefe Fensterfronten lassen bei hoher Sonneneinstrahlung zu viel Hitze ins Gebäude, kleinere Fenster oder ein Vorbau, der auch bei Regen hilfreich ist, Raffstores oder Markisen wären geeigneter.
  • Hell lackierte statt schwarzer Bleche wären sinnvoll an der Außenfront, da diese sich im Sommer weniger stark erhitzen.
  • Die Nachtabkühlung zeigt nicht mehr die notwendige Wirkung und eine aktive Kühle, wie z. B. eine Fußbodenheizung mit “free cooling" wäre aufgrund des Klimawandels sinnvoll.
  • Fenster, die sich öffnen lassen, wären in den Sanitärbereichen hilfreich, um tagsüber eine Versorgung mit Frischluft sicher zu stellen.
  • Unterfahrbare Waschbecken wären sinnvoll, um Kinder die selbstständige Nutzung der Waschbecken zu erleichtern.
  • Quadratische statt längliche Gruppenräume würden eine bessere Nutzung ermöglichen.
  • Mehr Rückzugsräume für Kleingruppen oder einzelne Kinder würden Kindern im Alltag mehr ruhige Einheiten ermöglichen, insbesondere für reizsensible Kinder.
  • Weitere Maßnahmen zur Schalldämmung.
  • Stauraum oberhalb der Garderoben der Kinder.
  • Gemeinsame Matschschleuse mit Zugang zum Außenbereich, um Matsch und Sand nicht in die Gruppenräume der Kita zu tragen.